Alleinerziehend? EVEs Tipps bei Teenageralarm

EVEs und Teenager-Alarm

Bist du zufällig auch in der glücklichen Situation ein wunderbares Kind zu Hause zu haben, das inzwischen herangewachsen ist zu einem gestandenen Teenager? Dann willkommen im Club!

Was einem da so widerfährt, ist schier unglaublich. Im Grunde geht’s auf keine Kuhhaut, aber wenn’s nicht so wahnsinnig bizarr wäre, würde ich jetzt auch nicht darüber schreiben, also ich halte mich kurz:

Alles, nur nicht langweilig

Die Natur hat das ganz genial für uns eingerichtet: Ganz laaangsam und behutsam wirst du da als Mama vorbereitet, z. B. wenn Dein Kind das erste Mal im Alter von zehn oder elf Jahren plötzlich mit den Augen rollt, und dabei vielleicht noch eine Bemerkung wie „Mamma oh nooo!“ oder ähnliches loslässt. „Wie peinlich, Mama! echt jetzt..“

Hm. Da regt sich so ein komisches Gefühl in der Magengrube, dass du offensichtlich ganz plötzlich nicht mehr der Held Deiner Tochter bist, ja genau, der uneingeschränkte Held deines Kindes! All die Jahre wirst du angehimmelt, geliebt und uneingeschränkt bist du der Held im Haus. Doch plötzlich regt sich da so etwas wie Kritik. Oh oh.

Diese Entwicklung ging tatsächlich so schleichend langsam vor sich, dass ich mich als Mama Schritt für Schritt daran gewöhnt habe, auch von meinem Kind Kritik in Kauf zu nehmen. Offensichtlich bin ich doch nicht perfekt. Schönen Dank auch!

Im Gehege von Pubertieren

Was darauf folgt, entbehrt keiner Dramatik. Kaum ist die Mama vorbereitet, legt das Kind los. Danke liebe Natur.

Eine hormonelle Entwicklung im Eiltempo. So etwas wie ein Strudel der Launen. Auf und Abs. Gefühlsachterbahn. Völlige Baustelle im Kopf. Da wirst du in der einen Minute konfrontiert mit einer wunderbar liebenden, verschmusten Tochter und im anderen Moment mit der brutal schlechten Laune eines heranwachsenden, in tiefer Stimme grummelnden Pubertiers. ein Hin und Her. Im Viertelstundentakt.

Was da hilft?

Tief durchatmen. Und an folgende 3 Dinge denken:

1. Auch das geht vorbei…

Sag dir immer und immer wieder „Es geht vorbei! Ja, auch das geht vorbei!“

2. Kein Zutritt für Eltern…

Denk immer daran, dass Dein Kind gerade eine totale Baustelle im Kopf hat. Ja genau, eine hormonelle Baustelle! Es kann gar nicht normal reagieren und sich verhalten, so wie Du es vielleicht erwartest. Das geht rein biologisch nicht, also tief durchatmen. Denk immer an das Teenie-Baustellenschild „Eltern haben keinen Zutritt!“

3. Anderen geht’s genauso…

Denk immer daran, dass Dein Kind keine Ausnahme ist! Allen anderen Eltern geht es haargenauso. Sobald der Teenager erwacht, heißt es „Alarm! das Pubertier ist da !!“

Ich habe in manchen Momenten daran gezweifelt und dachte, so etwas gibt’s doch gar nicht. Doch, es geht wirklich allen anderen Mamas und Papas auch so…

Überzeugt war ich erst, als ich das Buch „Das Pubertier“ von Jan Weiler gelesen hab.

Ich habe lange nicht mehr so herzhaft gelacht!!!

Ein kleines Büchlein mit Mini-Kurzgeschichten, herrlichen Momentaufnahmen aus dem Leben, geschrieben von einem verzweifelten Vater, dass ich dir unbedingt ans Herz legen möchte. Wenn ich nur ein Buch empfehlen dürfte, dann auf alle Fälle dieses.

Seitdem ich die wenigen Seiten im Sturm gelesen habe, weiß ich: Ja, mein Kind ist tatsächlich total normal! Der ganze Wahnsinn hat offensichtlich System. Seitdem bin ich wesentlich entspannter und lasse die schlechte Laune und sonstigen Attacken meines Pubertiers einfach an mir abprallen.

Jan Weiler bringt’s auf den Punkt, kurz und knapp. Zitat: „…da ist ein guter Kern. Irgendwo im Pubertier schlummert ein vernunftbegabter, liebenswerter Mensch. Man muss nur Geduld haben, bis er sich durch Berge von Klamotten und leeren Puddingbechern ans Tageslicht gewühlt hat. Verdammt noch mal.“

Hier findest Du das Büchlein bei Amazon:

In diesem Sinne wünsche ich dir viel Spaß bei der Lektüre und vor allem viel Geduld mit Deinem Pubertier, sofern Du eins zu Hause hast.

Und wenn Du noch keins zu Hause hast, dann freue ich mich, dass du bis hierher gelesen hast! Dann bist Du ja bereits bestens gewappnet, wenn auch Dein kleiner  Spatz irgendwann zu einem ausgewachsenen Pubertier mutiert.

So weisst Du genau, wie Du alldem endlich voll entspannt entgegnen kannst.

Alles Gute :-)

Deine Anja

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