EVE alleinerziehend war gestern alles ist relativ

Alles ist „relativ“…

„Hallo, hallooo, wie geht’s denn so?“ Hm, was für eine Frage?

Wie ernst ist das wohl gemeint? Das ist ja so eine Sache. Es gibt Menschen, die triffst du irgendwo und auf die Frage deines Wohlbefindens antwortest du natürlich ohne mit der Wimper zu zucken und ohne jemals deine wahren Gefühlsverfassung preiszugeben mit einem Lächeln „danke sehr gut“ oder ganz salopp „..kann nicht klagen“.

Du würdest viele Leute tatsächlich auch grenzenlos überfordern, wenn du mit der Wahrheit herausrückst. Stell dir doch nur mal das völlig verdutzte Gesicht des neuen Nachbarn aus dem Nebenhaus vor, wenn du plötzlich in Tränen ausbricht, ihm von deinen Geldsorgen und dem letzten Streit mit deinem Ex berichtest. Dieser Mensch wäre nicht nur verdutzt, nein er wäre wahrscheinlich höchst unangenehm berührt, zu Recht wie ich finde.

In deiner Traumwelt sinkst du dem gut aussehenden Mann in seine starken Arme, er gleicht mit seinem neuen Smartphone und Internet Banking sofort all deine Konten aus und ihr macht eine Spritztour in seinem weißen BMW Cabriolet dem Sonnenuntergang entgegen … Du weißt ja „und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute …“

Dieses Thema beschäftigt mich tatsächlich schon eine ganze Weile. Die Menschen gehen so unterschiedlich damit um.

Es geht hier um belasten und entlasten, um Ärger loswerden oder in sich hinein fressen.

Auch kulturell sind wir ganz verschieden geprägt. Gemeinsames Trauern oder Weinen ist doch hier in Deutschland nicht gerade weit verbreitet, viel eher gilt das Motto: „Mensch reiß dich zusammen, lass dich nicht so gehen …“

Einige Menschen können gar nicht genug klagen, sodass dir schon jegliche Lust vergeht, überhaupt zu fragen. Bei anderen hast du wiederum den Eindruck, dass deren Leben so aalglatt verläuft und Probleme ein absolutes Fremdwort sind, das kann doch nicht wirklich der Fall sein, oder doch?

Ist es vielleicht einfach deren Sichtweise? Sind Probleme gar keine Probleme, sondern Herausforderungen, die einfach nur darauf warten, gelöst zu werden?

Wie offen kann, darf oder sollte ich sprechen, ohne andere zu belasten, aber auch ohne sie von mir zu entfremden.

Lasse ich andere nicht an mich heran, baut sich schnell eine Mauer auf, Vertrauen geht verloren, Nähe auch.

Am besten hörst Du auf Dein Bauchgefühl. Durch Offenheit kommst Du schnell ins Gespräch und kannst eine neue Verbindung aufbauen. Aber „immer im Rahmen, meine Damen…“ ☺ Nicht jeder Postbote, Klempner oder Taxifahrer eignet sich als Gesprächspartner.

Eine Freundschaft hingegen kann schon ziemlich viel Jammerei aushalten, ob berechtigt oder unberechtigt, das liegt wiederum im Auge des Betrachters. Es sollte nur nicht der Blick in Richtung Lösung verloren gehen.

Manchmal erwischt das Leben einen schon knallhart und eiskalt von allen Seiten und dann darf ich das auch sagen! Und ja, auch zwei, drei oder vier Mal. Aber irgendwann ist dann auch mal Feierabend und es gewinnt hoffentlich wieder Optimismus die Oberhand.

Meine sehr, sehr liebe Freundin, die leider schon verstorben ist, pflegte in solchen Fällen immer sehr einfühlsam zu sagen:

„een Haar inner Suppe is relativ viel, een Haar uffm Kopp relativ wenig!“

Alle Dinge sind „relativ“ zu betrachten. Ja alle. Jede Situation bedeutet etwas ganz anderes für jeden von uns.

Es ist wichtig, sich die Zeit zu nehmen, sich in die Lage des anderen hinein zu versetzen. Das eröffnet neue Perspektiven und „relativiert“ vieles…

Den folgenden kurzen Text habe ich vor kurzem in einem Berliner Kino gesehen. Ich möchte ihn Dir ans Herz legen. Er rüttelt auf und zeigt, wie „relativ“ ich als EVE alles sehen kann…

http://evesweb.de/falls-du

Und mir wurde wiedermal klar, wie gut es mir eigentlich geht…

Liebe Grüße

handsign-sabine-freigestellt-300x76

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